Das päpstliche System des Vatikans: Berechnende Genialität

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Da die Strukturen der katholischen Kirche alarmierend sind, ist eine Entlarvung ihres Systems wesentlich. Das päpstliche System muss biblisch und historisch analysiert werden, um seinem Einfluss Einhalt zu gebieten. In dem Artikel „Die abgefeimte berechnende Genialität des päpstlichen Systems des Vatikans“ haben wir dies getan. Wenn man sich mit dem päpstlichen Rom auseinandersetzt, ist es äußerst wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass diejenigen, die „nicht aus der Geschichte lernen, dazu bestimmt sind, sie zu wiederholen.“ Viele Christen, und tatsächlich sogar evangelikale Gemeinden, haben Schaden erlitten aufgrund ihrer Unkenntnis über die Genialität des Vorgehens des Vatikans.

Richard Bennett

Angesichts der vermeintlichen Auswirkungen der globalen Erwärmung hat Papst Franziskus die Nationen der Welt zu einer ethischen und wirtschaftlichen Revolution aufgerufen. Der Vatikan besteht darauf, dass die Zerstörung des Ökosystems der Welt verhindert werden muss, indem die Menschen ihren Lebensstil ändern und ihren Energieverbrauch einschränken, um eine noch nie dagewesene Zerstörung des Planeten vor Ende dieses Jahrhunderts abzuwenden. Hierbei handelt es sich nur um ein Beispiel aus jüngster Zeit, wie der Vatikan auf seine Mitglieder und die Menschen der Welt Einfluss nimmt.

Sei es im Fernsehen, im Radio, im Internet oder auf YouTube, Papst Franziskus wird als der Held des Tages dargestellt. Was die meisten Leute nicht richtig begreifen, ist die Bühne, auf der Franziskus agiert. Ohne den päpstlichen Staat wäre Jorge Mario Bergoglio aus Argentinien den meisten Menschen der Erde nicht bekannt. Das päpstliche System ist ein unübertroffenes gigantisches globales Religionssystem, obgleich es sich so freundlich und einladend darstellt. Das Papsttum verfügt über einen gewaltigen Reichtum, weltweiten Einfluss, und es reguliert den Glauben von Millionen. Als eine der größten Organisationen auf Erden weist es die hervorragende Fähigkeit auf, seine eigentlichen Ziele auf vielfältige Weise durchzusetzen.

Das päpstliche System istvor allem eine elitäre bürokratische Maschinerie. Es ist so mächtig, dass sich ihr selbst der Papst unterordnen oder mit Konsequenzen rechnen muss. Ein Beispiel ist die mutmaßliche Ermordung von Papst Johannes Paul I. (Albino Luciani) im September 1978, nach nur 33 Tagen seiner Wahl zum Papst. In jener Zeit berichtete das katholische Nachrichtenmagazin Zenit, dass Kardinal Ratzinger mitteilte, „sein Tod war völlig unerwartet. Johannes Paul I. schien sich guter Gesundheit zu erfreuen.“ Ratzinger wusste indes auch vom unnatürlichen Ableben anderer Päpste. Zum Beispiel, die Zahl der ermordeten Päpste schließt Papst Stephan VII. (896-897) ein, der erdrosselt wurde; Stephan IX. (939-942), der verstümmelt wurde; Johannes XII. (955-964), der ermordet wurde; Benedikt VI. (973-974), der erdrosselt wurde; Johannes XIV. (983-984), den man verhungern ließ; Gregor V. (996-999), der vergiftet wurde; Clemens II. (1046-1047), der vergiftet wurde; Damasus II., der ermordet wurde und Papst Pius XI. (1939), der angeblich ermordet wurde. Später, im Jahre 2013, wurde Papst Benedikt XVI., so wird behauptet, zum Rücktritt gezwungen.

Überblick über die Geschichte des päpstlichen Systems

Im 4. und 5. Jahrhundert, nachdem die großen Christenverfolgungen vorüber waren und Konstantin das Christentum zur Religion des Römischen Reiches erklärt hatte, war das Evangelium so verwässert, dass es Raum für heidnische Praktiken und gnostische Spekulationen bot. Der wahre Gottesdienst und die Überführung durch den Heiligen Geist waren einem Geist der Verweltlichung gewichen. Das, was man als Kirche bezeichnete, beinhaltete nun Praktiken heidnischer Kulte und führte dazu, dass die Kirche äußere Rituale vollzog, die der Schrift fremd waren und die nicht mehr vom authentischen geistlichen Leben charakterisiert waren. Die Geschichte von Vaudois und den Paulizianern, und später von den Waldensern, verdeutlicht, dass sich das, was man als „Kirche“ bezeichnete, immer weiter vom wahren biblischen Glauben entfernte. Als solche wurde die Kirche zu einer grausamen Verfolgerin aller, die für die offenbarten Wahrheiten des Neuen Testaments eintraten.

Seit neutestamentlicher Zeit hat das Evangelium eine innere Einheit unter Gläubigen geschaffen; doch als Ritualismus das Evangelium ersetzte, wurde ein institutionalisiertes System ins Leben gerufen, das lediglich auf einer äußerlichen, sichtbaren Einheit beruhte. Die trügerische Trennung zwischen Klerus und Laien brachte eine autoritäre Ordnung von Priestern und Bischöfen mit Bistümern hervor. Dies entwickelte sich weiter zu einer etablierten Hierarchie von einem Klerus, der über die Herde Gottes herrschte. Am Ende des 5. Jahrhunderts beanspruchten die sogenannten „Priester“ für sich, zwischen Gott und dem Menschen Mittler zu sein. Diese Männer hatten die früheren Pastoren des Evangeliums ersetzt, die einfach Gottes Wort lehrten. Die Kirche war nicht mehr die Gemeinschaft der Gläubigen in Christus Jesus, die durch das Evangelium verbunden waren. Vielmehr entwickelte sich die Kirche größtenteils zu einem System, das von Bischöfen und Presbytern beherrscht wurde.

Dass dieses religiöse System seine Macht ausbauen konnte, wurde durch eine Reihe wichtiger Faktoren in der Zivilherrschaft ermöglicht. 330 n. Chr. verlegte Kaiser Konstantin den Sitz des Römischen Reiches von Rom nach Konstantinopel. Das Machtvakuum, das er dadurch hinterließ, eröffnete dem sich entfaltenden religiösen System die Möglichkeit, größere Zivilmacht an sich zu reißen. Zweitens, die Invasion der Barbaren in den westlichen Teil des Römischen Reiches schuf ein enormes Chaos, vor allem in Rom selbst. Die religiösen Vertreter nutzten diese Krise für sich, um Schritt für Schritt die Strukturen zu schaffen, die zum päpstlichen System des Heiligen Römischen Reiches werden sollten.

Überdies festigte der Bischof von Rom seine Stellung als primäre Kraft, die eine korrumpierte und zerrüttete Gesellschaft einte, indem er die religiöse Eingliederung der Barbaren vorantrieb. So stand aus der zerfallenen, verwirrten Ruine des westlichen Römischen Reiches das triumphierende vatikanische Systemauf und begann damit, sich selbst die Vorrechte der Kaiser anzueignen. Zusätzlich sicherte es sich politische Autorität über alle Herrscher, und Könige der Welt als die primäre geistige Autorität, die sich selbst niemand anderem unterstellte. Dies war eine der wichtigsten Auseinandersetzungen des Heiligen Römischen Reiches durch die Jahrhunderte. Obwohl der Vatikan durch die Reformation im 16. Jahrhundert schließlich seinen Status auf ziviler Ebene einbüßte, hat er bis heute sein Streben nach Weltherrschaft nicht aufgegeben, sowohl geistig als auch zeitlich.

Beginn des Sakramentalismus

Mit Beginn des 5. Jahrhunderts und in den folgenden Jahrhunderten wollten neue Stämme von Barbaren zum Christentum konvertieren; das päpstliche System nahm diese Völker so auf, wie sie waren, unbekehrte Völker. Weil das wahre Evangelium des Heils – aus Gnade allein, aus Glauben allein, in Christus allein – durch das immer weltlicher werdende religiöse System aufgegeben wurde, verstummte der Ruf zur Buße und zum Glauben. Das päpstliche System taufte einfach die Menschen dieser barbarischen Stämme in das hinein, was man als Kirche bezeichnete, und ihre Namen wurden in die Kirchenlisten aufgenommen. Dies steht im totalen Widerspruch zur Heiligen Schrift, wo es eine unbedingte Verbindung zwischen dem Heiligen Geist und der Heiligen Schrift gibt – nicht jedoch zwischen bloßem Wasser und der Gnade. Die Wiedergeburt, wie das Neue Testament lehrt, geschieht durch den Heiligen Geist aufgrund von Gottes Wort. Daher heißt es in 1Petrus 1,23: „… denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt.“ Nichtsdestotrotz besteht die päpstliche Lehre einer angeblichen Wiedergeburt durch die Taufe, die in den frühen Jahrhunderten ihren Anfang nahm, bis auf den heutigen Tag fort. Im gültigen päpstlichen Kirchenrecht, § 849, heißt es:

„Die Taufe ist die Eingangspforte zu den Sakramenten; ihr tatsächlicher Empfang oder wenigstens das Verlangen danach ist zum Heil notwendig; durch sie werden die Menschen von den Sünden befreit, zu Kindern Gottes neu geschaffen und, durch ein untilgbares Prägemal Christus gleichgestaltet, der [Katholischen] Kirche eingegliedert; sie wird nur durch Waschung mit wirklichem Wasser in Verbindung mit der gebotenen Form der Taufworte gültig gespendet.“

Immerhin beanspruchten spätestens seit dem 5. Jahrhundert Männer, die man als Priester bezeichnete, Mittler zwischen Gott und den Menschen zu sein.

Doch in der Heiligen Schrift wird ein Mensch vor dem allheiligen Gott allein durch Gottes Gnade errettet. Die Schrift lehrt in Epheser 2,8-9 kristallklar: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“ Epheser 2,7 sagt, dass Gott uns durch Christus Jesus in seiner Gnade „den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweis.“ Dass er allein errettet ist die ganze Bedeutung der göttlichen Gnade.

In dem Versuch seit dem 5. Jahrhundert, rettende Gnade zu imitieren, beanspruchte das päpstliche System, dass die Sakramente für das Heil unabdingbar waren. Es dauerte viele Jahrhunderte, bis das sakramentale System in Form von sieben Sakramenten voll ausgereift war. Heute heißt es offiziell: „Die Kirche sagt, dass die Sakramente des Neuen Bundes für die Gläubigen

heilsnotwendig sind [Vgl. K. v. Trient: DS 1604].“ Das ist geltendes Recht im päpstlichen System. Am Sonntag, den 3. Mai 2015, folgte Papst Franziskus genau der Linie des Vatikan, was Sakramente angeht und erklärte:

„Jesus ist der Wein, und durch ihn … sind wir die Reben, und durch dieses Gleichnis will Jesus uns verständlich machen, wie wichtig es ist, mit ihm verbunden zu bleiben. Indem wir durch die Taufe in Christus eingepfropft werden, empfangen wir von ihm die Gabe des neuen Lebens; und wir sind in der Lage, eine lebendige Gemeinschaft mit Christus zu pflegen. Wir müssen treu an der Taufe festhalten und durch Gebet in unserer Freundschaft dem Herrn wachsen, auf sein Wort hören, das Evangelium lesen, an den Sakramenten teilhaben, insbesondere an der Eucharistie und der Versöhnung …“

Wie der Papst zum Haupt des päpstlichen Systems wurde

Es war vor allem Kaiser Justinian I. (527-565), der den Bischof von Rom als Haupt des religiösen Systems einsetzte. Er vollzog dies in formaler, gesetzlicher Weise, indem er kirchliche Edikte und Regelungen unter die Kontrolle des Zivilgesetzes stellte. Der Historiker Le Roy Edwin Froom fasst diesen Prozess zusammen:

„Justinians dritte große Errungenschaft war die Reglementierung kirchlicher und theologischer Angelegenheiten, die ihren Höhepunkt fand, als er das kaiserliche Dekret erließ, das den Bischof von Rom zum ‚Haupt aller heiligen Kirchen‘ machte und somit die rechtliche Grundlage für die päpstliche Vorherrschaft in der Kirche schuf.“

Das Dekret von Kaiser Justinian schuf das Amt des Papstes nicht, vielmehr begründete es die rechtliche Grundlage dafür, dass der Bischof von Rom von nun an seine Macht ausbauen konnte. Der Kaiser wollte den Niedergang des Römischen Reiches aufhalten, und folglich war kirchliche Einheit geboten. Infolgedessen wurde der Bischof von Rom zum Haupt der Kirche im Römischen Reich. Zuvor war das Evangelium und die Heilige Schrift das Fundament für die Einheit der Kirche. Die Menschen wurden durch das Evangelium gerettet und sollten Salz und Licht in der Zivilgesellschaft sein. Im 8. Jahrhundert griff der Papst schließlich nach der Zivilmacht. In dem Maße, in dem das System wuchs, verbreitete sich Unmoral im Lebenswandel sowohl derer, die Führer in diesem religiösen System waren, als auch derer, die unter der Kontrolle dieses Systems standen.

Der Unmoral folgten Mord und Folter durch die Kirche

Das Jahr 1073 war ein Wendepunkt nach Jahrhunderten großer Unmoral. Rigorose Disziplin wurde von nun an zur Norm im Papsttum. Die Päpste strebten eine allumfassende Herrschaft an, sowohl kirchlich als auch staatlich. In jener Zeit war die Linie von Karl dem Großen zu schwach geworden, um die päpstlichen Ambitionen einzudämmen. Der Ehrgeiz von Papst Gregor VII. (auch als Hildebrand bekannt) übertraf alles, was zuvor bekannt war. Er war überzeugt, dass die Herrschaft des Papstes unumstößlich nichts anderes war als die Herrschaft Gottes auf Erden. Er war entschlossen, alle Autoritäten und Mächte, sowohl die geistlichen als auch die weltlichen, dem „Stuhl Petri“ zu unterwerfen. Es war Gregor VII., der eine Vision davon entwarf, welche Gestalt das päpstliche System haben sollte. Sein Ziel war es, der oberste Herrscher und Richter aller Oberhäupter, der kirchlichen wie staatlichen, zu werden. Gregory hatte mit Scharfsinn begriffen, dass das Papsttum für sich Göttlichkeit beanspruchen musste, wollte es über die zeitliche Ordnung herrschen. Diese Vorstellung, beflügelt durch seinen enormen Ehrgeiz und befördert durch den erheblichen Wohlstand der katholischen Kirche in jener Zeit, ermöglichte die Umsetzung seiner Pläne.

Seine durchtriebenen Handlungen trugen bereits in Gregors eigener Amtszeit (1073-1085) Früchte. Papst Innozenz III. (1198-1216) und Papst Bonifatius VIII. (1294-1303) brachten das päpstliche Machtsystem über die kirchliche wie weltliche Ordnung zur Blüte. Papst Innozenz III. rief zu einem Kreuzzug gegen die Albigenser auf und versprach allen, die daran teilnahmen, Sündenvergebung und direkten Zugang zum Himmel, ohne im Fegefeuer verweilen zu müssen. Es handelte sich um einen Kreuzzug von unvorstellbarer Grausamkeit. Ganze Dörfer und Städte wurden hingemetzelt; Tausende wurden am Scheiterhaufen verbrannt, während andere grausamster Folter ausgesetzt wurden. Die Geschichte dieser entsetzlichen Grausamkeiten und Mordtaten sind durch zahlreiche Berichte belegt. Papst Bonifatius VIII. war “starrsinnig, ehrgeizig, intelligent, verschlagen und skrupellos. Er glaubte fest daran, dass der Papst tatsächlich der Stellvertreter Christi auf Erden sei und über außergewöhnliche Macht verfüge. Jeder, der ihm widerstand, widerstand Gott und musste folglich böse sein.“ Er war bekannt für die Aussage in seiner päpstlichen Bulle Unum Sanctum: „So erklären wir denn, dass alle menschliche Kreatur bei Verlust ihrer Seelen Seligkeit untertan sein muss dem Papst in Rom, und sagen es ihr und bestimmen es.“

75 Päpste, einer nach dem anderen, von Papst Innozenz III. bis Papst Pius VII., ließen Folter, Mord, Todesurteile durch Verbrennung und Konfiszierung des Eigentums von Gläubigen in den sechs schrecklichen Jahrhunderten der Inquisition zu. Das Papsttum verübte grausamste Folter an wahren Gläubigen und tötete viele auf bestialische Weise.

Die herrliche Reformation und die heimtückische Gegenreformation

Die Reformation des 16. Jahrhunderts stellte in großem Maße den biblischen Glauben, der von den Aposteln verkündigt wurde, wieder her. Es wurde nicht nur der biblische Glaube wiederhergestellt, sondern in ganz Europawurde das päpstliche System geschwächt. Die Männer der Reformation waren Personen wie Luther in Wittenberg, Erasmus und Colet in Oxford, Bilney, Latimer und Cartwright in Cambridge, Lefevre und Farel in Paris. Diese Führer waren hochgebildete Männer dieser Generation.

Die Reformation war eine herrliche geistliche Erweckung. Die Antwort der katholischen Kirche auf den biblischen Glauben der Reformatoren war die Gegenreformation. Sie wurde vor allem auf politischem Wege und durch Bildungsinstitutionen der Jesuiten vorangetrieben. Die Jesuiten führten eine Bewegung an, die kompromisslos und nach militärischem Vorbild danach strebten, das katholische System wieder in den Stand vor der Reformation zu versetzen. Das Ziel der Jesuiten, heute wie damals, ist es, die Bevölkerung zu indoktrinieren. Die Masse, die nicht in der Bibel gegründet ist, folgt gewöhnlich ihrem Aberglauben und sentimentalen religiösen Gefühlen sowie ihren mystischen Neigungen. Da sie über keine wahre Gotteserkenntnis durch Jesus Christus und sein geschriebenes Wort verfügt, ist sie für den jesuitischen Mystizismus sehr empfänglich. Für Menschen, die in geistiger Dunkelheit umherirren, bietet das katholische System sowohl die geistige Autorität des Papstes, seine sichtbaren Rituale als auch eine effektive psychologische Konditionierung an.

Mitte des 7. Jahrhunderts verfügte der Jesuitenorden über Tausende von Mitgliedern in ganz Europa. Ihre Mission, heute wie damals, bestand darin, das Vertrauen in die Bibel als Gottes Wort zu schwächen und die Früchte der Reformation wieder zunichte zu machen. In den folgenden Jahrhunderten wurden die Jesuiten zur größten Macht des Papsttums, um die westliche Kultur ihrer christlich-biblischen Prinzipien und Freiheiten zu berauben. Die Jesuiten übten großen politischen Einfluss auf die katholischen Monarchen in Europa aus. Vier Jahrhunderte lang führten sie die Anstrengungen der Gegenreformation an, indem sie für die päpstliche Macht eintraten, die Sakramentslehre der katholischen Kirche verbreiteten und unter den Nationen, die unter dem Einfluss der biblischen Prinzipien der Reformation standen, eine verlockende Form des katholischen Mystizismus und Aberglaubens verkündigten. Vieles, was das päpstliche Rom seit der Reformation und in jüngster Zeit erreicht hat, geht auf die durchdachte Strategie und die fanatische Hingabe der Jesuiten zurück.

Das Papsttum fördert das eigene kulturelle System

Die Vorstellung des „Allgemeinwohls“ ist ein integraler Bestandteil der katholischen Soziallehre. Das Allgemeinwohl wird wie folgt definiert:

„die Summe aller jener Bedingungen des sozialen Lebens, durch welche die einzelnen, die Familien und gesellschaftlichen Gruppen ihre eigene Vervollkommnung voller und schneller erreichen können… Das Allgemeinwohl kann in der Tat als die soziale und gesellschaftliche Dimension des moralisch Guten verstanden werden.“

In dieser Aussage eingeschlossen ist die Vorstellung, dass aller Besitz, Reichtum und alle Waren niemals völlig privater Besitz sein können. An anderer Stelle wird offiziell gesagt, dass Privateigentum und jeder Besitz immer der Forderung unterworfen ist, dem „Allgemeinwohl“ am besten zu dienen. Darüber hinaus heißt es im Katholischen Katechismus:

„Der Staat hat die Aufgabe, das Gemeinwohl der Gesellschaft zu verteidigen und zu fördern. Das Gemeinwohl der gesamten Menschheitsfamilie erfordert eine Organisation der internationalen Gesellschaft.“

Indem sich das System den gegenwärtigen sozialistischen Trends anpasst, hofft es, zunehmend Einfluss auf säkulare politische, ökonomische und soziale Kreise ausüben zu können. Die katholische Soziallehre strebt einen Kollektivismus nach marxistischem Vorbild an, wonach jede Person gleichen Anteil am „Allgemeinwohl“ hat, was auf der sogenannten Menschenwürde und den Menschenrechten beruht. Solch eine Auffassung macht die Menschen vom Staat abhängig, anstatt dass es sie Verantwortung für ihr eigenes Leben und ihre Entscheidungen übernehmen lässt, wie die Bibel es fordert. An keiner Stelle in der Bibel werden Gläubige dazu aufgerufen, sich vom Staat für ihren Lebensunterhalt abhängig zu machen, sondern sie sollen vielmehr auf Gott schauen, der ihnen Hilfe zukommen lässt. Wenn die Bibel jedoch bedeutungslos und das Evangelium verdreht wird, dann wird die katholische Kirche ein weiteres Mal die Gelegenheit ergreifen, internationale moralische Autorität für sich zu beanspruchen, die sie derzeit vor allem in katholischen Nationen bereits beansprucht.

Schlussfolgerung: Eine Lektion lernen

Das päpstliche System entstand im Römischen Reich und überdauerte den Niedergang des Reiches. 537 n. Chr. schuf Justinian die gesetzliche Grundlage zur Ausübung der Zivilmacht, die vom Papst in den nächsten zehn Jahrhunderten ausgeübt wurde. Die zeitliche Macht des Papsttums wurde im 16. Jahrhundert durch die Wiederentdeckung der Botschaft der Bibel und des Evangeliums eingeschränkt. Sie wurde durch die Puritaner im 17. und 18. Jahrhundert in die Schranken gewiesen. Nichtsdestotrotz überdauerte die päpstliche Macht den Niedergang des Heiligen Römischen Reiches, um im 20. Jahrhundert eine „souveräne Nation“ zu werden, die in der gegenwärtigen Zeit zu den globalen Machtzentren der Welt zählt. Papst Franziskus ist derzeit das sichtbare Haupt der römischen Kirche, aber das päpstliche System herrscht noch im Hintergrund. Das päpstliche System ist nichts weniger als die satanische Imitation der wahren christlichen Kirche, das „Geheimnis der Gesetzlosigkeit“. Über Jahrhunderte war das System von der „Verführung zur Ungerechtigkeit“ charakterisiert. Solch ein Abfall weist Merkmale der Heuchelei und Verführung auf. Das abgefallene päpstliche System, das äußerlich nach Gerechtigkeit und Heiligkeit strebt, zielt darauf ab, selbst die Auserwählten, wenn möglich, zu verführen, wenn möglich.

Die wahre Gemeinde ist eines der größten Geheimnisse, das von Gott geoffenbart wurde. Sie ist im Neuen Testament als der Leib des Herrn Jesus Christus geoffenbart. Wahres Christentum ist auf die Person Jesu Christi gerichtet; es handelt sich nicht um ein politisches oder kirchliches System.

Wie wir die Macht, Weisheit und Güte des himmlischen Vaters erkennen, so erkennen wir auch die Macht, Weisheit und Güte des Herrn Jesus Christus, denn er verfügt als Mittler über die Natur und die Eigenschaften Gottes selbst. Der Herr Jesus Christus alleine versöhnt uns mit Gott, indem er unsere Sünden vollkommen austilgt durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz.

Es gibt absolut kein kirchliches System, das eine Seele durch Riten oder Sakramente oder durch andere Handlungen erlösen kann. Auch können wir uns nicht selbst vor Gott durch unsere religiösen Werke gerecht machen, da sie stets von Unvollkommenheit und selbstsüchtigen Motiven begleitet sind. Eine Seele wird keinen Frieden mit Gott finden, wenn sie sich selbst erretten will durch Dinge, die Gott nicht akzeptiert. Es ist allein das erlösende Werk Jesu Christi und sein vergossenes Blut, das die Forderungen des heiligen Gottes und seines vollkommenen Gesetzes erfüllen kann. Dies bedeutet einfach, Christus als dem Lamm Gottes zu vertrauen, dass er uns erretten kann. Indem wir an ihn glauben, werden wir von der universellen Strafe des zweiten Todes errettet und erlangen Gewissheit vor Gott, dass wir in ihm angenommen sind. Es gibt keinen anderen Heilsweg, den Gott, der Heilige Geist, vor den Gewissen aller Menschen bezeugt. „Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen!“ Sein Wort lehrt uns demgemäß: „Wen habe ich im Himmel [außer dir]? Und neben dir begehre ich nichts auf Erden!“ Es ist letztlich die herrliche Person des Herrn Jesus Christus, die geoffenbart wurde und Leben und Heil schenkt. Im völligen Widerspruch hierzu bietet das päpstliche System, das Leben und Heil verspricht, nur Sklaverei von Ritualen und Unmoral und letztlich Tod und Verdammnis.

Wären die absolute Autorität der Bibel und das Evangelium der Gnade im Laufe der Reformation des 16. Jahrhunderts nicht wiederhergestellt worden, würde das päpstliche System möglicherweise noch heute unbemerkt von den Menschen seine Macht ausüben. Trotz des päpstlichen Systems, das in der heutigen Welt so viel Einfluss ausübt, überführt der Heilige Geist noch immer einzelne Menschen von ihrer Sünde vor dem heiligen Gott und wirkt in ihnen Buße zum Leben in Christus Jesus. „Diesen hat Gott zum Fürsten und Retter zu seiner Rechten erhöht, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu gewähren.“